Banker auf Sinnsuche

Politik | Julia Ortner | aus FALTER 47/06 vom 22.11.2006

WIRTSCHAFT Ein Konto für Leute, die keine Bank mehr will: Mit einem ambitionierten Sozialprojekt will die Stiftung der Erste Bank gegen Armut ankämpfen. Nur - wo endet privatwirtschaftliches Engagement, und was ist Aufgabe des Staates?

Am Vormittag geht's bei ihnen um eine Million für ein Wohnprojekt, am Abend um ein paar Cent für die Stromrechnung. Untertags flanieren gut situierte Lodenmäntel in ihrer Filiale herum, nach Dienstschluss huschen in diese Filiale verschämt Kunden hinein, denen man ihre Probleme manchmal schon von weitem ansieht. Als Bankmensch muss man sich da innerhalb eines Arbeitstages ganz schön umstellen. Gerda Fibinger, Finanzierungsexpertin, und Stefan Mangi, Filialleiter in Döbling, machen diese Erfahrung gerade zum ersten Mal. "Eben war eine Frau da, die von ihrem Mann sitzen gelassen wurde, verschuldet ist und nicht mehr mit ihren Zahlungen nachkommt", erzählt Fibinger. Klassischer Fall, Konto weg, keine Bank will sie mehr. Keine außer der Zweiten Wiener


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