PRESSESCHAU

Medien | Gerald John | aus FALTER 47/06 vom 22.11.2006

Dass Fußballer im zweiten Leben gerne Kolumnisten werden, ist irgendwie logisch. Da wie dort geht es darum, kaltblütig Wuchteln zu versenken. Am grünen Rasen war Hans Krankl Schützenkönig, in den Bleiwüsten hingegen fehlt ihm die Treffersicherheit noch. Derzeit lässt der Österreich-Kommentator jedenfalls Killerinstinkt vermissen. "Ich bin maßlos traurig. Ganz ehrlich, mir fehlen die Worte", seiert der sonst so angriffige Johann K. über das jüngste Debakel seines Lieblingsklubs: "Was da jetzt bei Rapid abgeht, muss ich erst einmal verkraften." Statt den Vereinsbossen, wie noch vor ein paar Wochen, mit einer verbalen Blutgrätsche zu kommen, zeigt Krankl nun - am Fußballfeld undenkbar - sogar Mitgefühl mit dem Gegner: "In Hütteldorf darf man sich keine Nebenschauplätze erlauben. Es müssen wirklich alle an einem Strang ziehen." Die neue Zurückhaltung mag ja sympathisch sein, passt aber nicht wirklich zu Großmaul Krankl. Denn die Rolle des Melancholikers ist in der Fußballwelt mit Herbert Prohaska bereits perfekt besetzt. z


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige