FERNSEHEN

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 47/06 vom 22.11.2006

Es gab einmal eine Zeit, da war Stefan Raab so was wie der Inbegriff von Coolness und lässigem Anti-Establishment. Man erinnert sich kaum mehr, denn heute ist der Mann humormäßig nur noch ein Abklatsch seiner selbst - aber dafür ist er wirtschaftlich voll da. Selten in der TV-Unterhaltungsgeschichte war der stetige intellektuelle und menschliche Abstieg eines Entertainers gleichzeitig mit einer derart effektiven Vermarktungsmaschinerie verbunden - was Raab anfasst, wird zu einem Haufen Kohle, egal wie blöd das Format ist. Ob er sich von weiblichen Box-Profis verhauen lässt, auf einem Wok durch den Eiskanal donnert oder beim Stock-Car-Rennen Autos zerlegt, Raab kennt kein Halten, wenn es ums Geldverdienen geht. Jüngstes Beispiel ist die Pro7-Show "Schlag den Raab", bei der sich ein Kandidat mit dem Fernsehmann in halblustigen Spielen misst - als Preis bei der zweiten Ausgabe winkte dafür eine Million Euro. Der Gegenspieler verlor genauso wie die Kandidatin der ersten Ausgabe. Und Stefan Raabs Erfolgsrezept wurde wieder offensichtlich: Kein Mensch in der Branche ist so von Ehrgeiz getrieben wie er. .


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