KOMMENTAR

Gegen die Boratisierung der Welt

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 47/06 vom 22.11.2006

Man soll die Leserschaft (abseits des Editorials) nicht mit Redaktionsinterna behelligen, aber an dieser Stelle sei einmal erwähnt, dass die Frage, wie mit dem Film "Borat" umzugehen sei, die Redaktion ein bisschen polarisiert hat. Grob gesprochen gab es zwei Extrempositionen: Die einen waren dafür, eher cool zu bleiben und Knappheit walten zu lassen, die anderen waren fürs genaue Gegenteil.

Ich muss zugeben, dass ich eher gereizt reagiere, wenn mir jemand mit "den Leuten" oder "den Menschen" kommt, die "da draußen" irgendwelche Bedürfnisse, Interessen und Vorlieben entwickeln, von denen wir herinnen keine Ahnung haben (außer natürlich jenen von uns, die sich gerade auf die da draußen berufen). Ich weiß dann, dass sie irgendwas in der Zeitung gelesen und im Fernsehen gesehen haben. Das gilt erstaunlicherweise gerade bei Journalisten immer als Signum unverfälschter Realitätswahrnehmung, obwohl gerade sie es eigentlich besser wissen müssten.

Bis vor kurzem konnte ich auch nicht


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