Mit G.R.A.M. durch China

Marlboromann als Ministrant

Steiermark Kultur | aus FALTER 47/06 vom 22.11.2006

"I don't like it, but I guess, things happen that way", sagt nicht ein altes chinesisches Sprichwort, sondern sang einst Johnny Cash. Cowboy-Hüte heissen im chinesischen Sprachgebauch "Tibetische Hüte". Nirgendwo ausserhalb von Nashville gibt es mehr Träger dieser Kopfbedeckung als in Lhasa. Beliebte Accessoires: schwarze Lederjacke und coole Sonnenbrille. Missis-sippi Fred MacDowell trifft Ali Farka Touré auf dem Dach der Welt, das gerade ausgebaut wird, mit dem Lhasa-Express einen neuen Zugang erhalten hat. Optimal für das höchstgelegene Country-Blues-Festival der Welt, Budweiser sponsert auch dieses Jahr. Lhasa, da war doch noch etwas anderes. Der innere Frieden, die Erleuchtung, der Wallfahrtsort für Betuchte aus dem Westen. Helly Hansen, The North Face, der rote Bulle aus Salzburg und der leibhaftig sichbare Marlboromann sind Ministranten. Und das Schlusswort gehört Mao Tse-Tung: "Wir meinen, dass die Imperialisten bis zu ihrem Untergang ihr Schlachtmesser nicht aus der Hand geben werden und sich nie in Buddhas verwandeln können." And the trains keeps on rollin'...

Das Grazer Künstlerduo G.R.A.M., derzeit für drei Monate auf Stipendienaufenthalt im chinesischen Chengdu, berichtet im Falter regelmäßig über Merkwürdiges aus dem Reich der Mitte


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