Begierde nach Fremden

Martin Wassermair | Vorwort | aus FALTER 48/06 vom 29.11.2006

KOMMENTAR Mit "Afrika! Afrika!" erweckt Heller Kolonialphantasmen zu neuem Leben und macht Andersartigkeit zum Geschäft.

Seit 16. November ist der Wiener Prater wieder ein Ort, an dem der Blick auf "das Fremde" gerichtet ist. Dieser Blick kann Massen in Bewegung setzen, wenn die Begierde als leitendes Motiv entsprechend wachgerufen wird. André Heller versteht es seit Jahren, diese Anziehungskraft mit multimedialen Illusionswelten zu erzeugen, mit emotional aufgeladenen Erlebnisräumen, die immer auch den tristen Alltag ein wenig vergessen lassen. Jetzt gastiert er mit seiner Produktion "Afrika! Afrika!" in Wien, wo er nach dem Erfolg in Deutschland zahlreichen Künstlerinnen und Künstlern eine Zirkusmanege errichten ließ. Ungeachtet ihrer genauen Herkunft, Lebensgeschichte und individuellen Sozialisation sind sie alle mit dem Etikett "Afrika" versehen. Denn "Afrika", so trommelt die dahinterstehende PR-Maschinerie bereits seit Wochen, sei ein "Paradies der Lebensfreude", ein "Königreich

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