PRESSESCHAU

Gerald John | Medien | aus FALTER 48/06 vom 29.11.2006

Einer Zeitung kann nichts Schlimmeres widerfahren, als für inexistent gehalten zu werden. Kein Wunder, dass sich die Praline verbissen gegen die eigene Todesnachricht wehrt, die das Nachrichtenmagazin Focus vor etwa drei Monaten voreilig in Umlauf gebracht hat. Unlängst erklärte ein Kandidat bei "Wer wird Millionär" den schlüpfrigen Klassiker unter den Wartezimmerillustrierten wieder einmal für abgeschafft, worauf die Praline per Aussendung prompt den Vitalitätsbeweis antrat: Nach wie vor biete das über 50 Jahre alte Heftl der "interessierten Zielgruppe" eine "in der hiesigen Medienlandschaft bislang einmalige Themenkombination aus Erotik, Feature, aktueller Reportage, Technik, Gesellschaft und Politik". Beweisaufnahme in der aktuellen Ausgabe. Technik? "Der große Praline-Sex-Kurs mit den Porno-Profis Maggie und Fred. Lektion 1: Das Vorspiel." Gesellschaft? "Ganz Deutschland im Pimperrausch." Politik? "Silikonbrüste - jetzt in Kanada wieder erlaubt!" Und da behaupten die Leute, nur der Playboy werde wegen seiner tollen Reportagen gekauft.


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