Und sie bewegt sich doch

Wolfgang Kralicek | Kultur | aus FALTER 48/06 vom 29.11.2006

KULTURPOLITIK Neues von der Wiener Theaterreform: Nächstes Jahr wird das erste "Koproduktionshaus" der Stadt eröffnet, und aus dem Schauspielhaus wird ein Autorentheater.

Die Wiener Theaterreform hat zwei Gesichter. Beide waren vergangene Woche an zwei aufeinanderfolgenden Tagen deutlich zu sehen. Am Dienstag: lange Gesichter. Am Mittwoch: eitel Wonne. Zunächst hatte das Internationale Theaterinstitut zu einer Enquete geladen. Thema: "Reform oder Rückschritt? Folgen der Wiener Theaterreform." Auf dem Podium und im Zuschauerraum saßen, wie bei allen derartigen Veranstaltungen der letzten Jahre, überwiegend Künstlerinnen und Künstler, die von der Reform nicht profitieren und ihrem Unmut Luft machen. "Das Inquisitionsverfahren gegen uns ist noch in der Schwebe", polterte etwa Erwin Piplits, Gründer und Leiter des Serapions Theaters. "Man hat die Wiener Theaterszene zertrümmert und heruntergemacht. Der Schaden wird schwer wiedergutzumachen sein."

Tags darauf zeigte die Wiener Theaterreform

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