Liebe ist ein Parasit

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 48/06 vom 29.11.2006

THEATER Ein Thesenstück als Schauspielerdrama als Boulevardkomödie: "Das purpurne Muttermal" von René Pollesch im Akademietheater.

Das neue Stück von René Pollesch ist mindestens drei Stücke auf einmal. Auf den ersten Blick sieht "Das purpurne Muttermal" (der Titel spielt übrigens nicht die geringste Rolle) wie eine ganz konventionelle Boulevardkomödie aus. Das von Bert Neumann, dem Chefausstatter der Berliner Volksbühne, gestaltete Bühnenbild ist die Farbkopie eines bürgerlichen Salons. Es gibt bequeme Sitzgelegenheiten, einen gemütlichen Kamin und viele Türen. Der Herr des Hauses (Martin Wuttke) hat sich ein Pfeifchen angezündet, seine Frau (Sophie Rois) trinkt Tee und liest ihm einen Brief vor. "Mutter! Wir werden von unserem Leben getrennt. Und erst die demenzkranke Maria Schell macht uns darauf aufmerksam ..." Darauf er, zuckersüß: "Du könntest noch das Kontingenzproblem erwähnen."

Spätestens jetzt ist klar, dass wir es nicht mit einer konventionellen Boulevardkomödie


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