Das Leben klappert

Bernhard Fetz | Kultur | aus FALTER 48/06 vom 29.11.2006

LITERATUR Mit "Geliebte Liv" hat Iván Sándor einen Roman geschrieben, der die Gewaltgeschichte des 20. Jahrhunderts mit individuellen Geschichten verbinden möchte.

Wir sollten der Literatur nicht zu viel aufbürden: Aufgaben der Geschichtsschreibung zum Beispiel, politische Funktionen oder den Anspruch, moralische Instanz zu sein. Einerseits scheint das auch Iván Sándor zu wissen: Deswegen hat er mit "Geliebte Liv" nicht nur einen Roman über den Ungarnaufstand 1956 geschrieben, sondern die harten Fakten der Geschichte in das weiche Bett einer Liebesgeschichte gelegt, die nicht mit Liebesszenen geizt, wobei die Altherrenperspektive auf Sex mit jungen Kellnerinnen oder Schauspielerinnen nicht zu den Stärken des Buches zählt.

Andererseits scheint es der Autor auch nicht zu wissen: Vielleicht um den Charakter des Dokumentarischen und Historiografischen zu vermeiden, hat sich Sándor nicht auf den Oktober 1956 sowie seine unmittelbare Vor-und Nachgeschichte beschränkt. Das historische

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