Mit G.R.A.M. durch China

Ein Schritt im Weltpark

Steiermark Kultur | aus FALTER 48/06 vom 29.11.2006

Ein altes chinesisches Sprichwort sagt: "Ein Pandabär wird Probleme bekommen, wenn er einen Schmetterling imitieren will." Im Nachbau von Rolex-Uhren, DVDs oder Stahlwerken haben die Chinesen eine Meisterschaft entwickelt. Kein Wunder, dass sie - mehrfach im Land - Kopien der Sehenswürdigkeiten dieser Erde präsentieren. Minimundus, nur ungleich größer als die kleine Welt am Wörthersee. Im Weltpark von Beijing stehen die Twin Towers noch in einem witterungsbedingt dem Verfall preisgegebenen Manhattan, ist die Rialto-Brücke nur einen Steinwurf von der Miniaturausgabe der großen Mauer entfernt. In Sichtweite von holländischen Windmühlen laden Zentralfriedhof-Engerln zur Besichtigung des Wiener Stephansdoms ein. Der Tod ist eben doch ein Meister aus Österreich. Immerwährende Allerheiligenstimmung zwischen Atomium und Afrika-Dorf. Mozart, als Statue vor Ort, hat sich bereits abgewandt. "Auch eine Reise von tausend Meilen fängt mit dem ersten Schritt an", lautet eine chinesische Volksweisheit. Irrtum. Im Weltpark ist man mit dem ersten Schritt schon auf dem Roten Platz von Moskau. Und die Pandabären? Haben einige doch Flügel?

Das Grazer Künstlerduo G.R.A.M., derzeit für drei Monate auf Stipendienaufenthalt im chinesischen Chengdu, berichtet im Falter regelmäßig über Merkwürdiges aus dem Reich der Mitte


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