Vorwort

Schlechte Sitten

Steiermark Vorwort | Donja Noormofidi | aus FALTER 49/06 vom 06.12.2006

Brauchtum und Traditionen sind den Österreichern heilig, vor allem in der Weihnachtszeit. Da kam es natürlich nicht gut an, dass sich die SPÖ vergangene Woche gleich mit zwei heimischen Institutionen anlegte: mit dem Nikolaus und den schlagenden Burschenschaften, von denen es nirgends im Land so viele gibt wie in der Steiermark. Da musste ein Aufschrei der konservativen Reichshälfte bis weit hinein ins rechte Lager folgen.

Der Ring freiheitlicher Studenten forderte, die "Menschenhatz auf Burschenschafter zu stoppen". Es folgten hinkende Vergleiche mit dem Verbot der Burschenschaften unter dem Naziregime und mit Boxen oder Eishockey. Was die Korporationsbrüder vergessen: Sportler zielen nicht darauf ab, einander zu verletzen. Bei der Mensur geht es aber gerade darum, seine Tapferkeit zu beweisen und nicht zurückzuweichen. "Die Burschenschaft Arminia pflegt die studentische Mensur, um Opportunisten auszuscheiden", heißt es etwa auf der Homepage der Grazer Burschenschaft. Eine andere


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