Die Burg brennt

Steiermark Politik | Marusa Krese, übersetzung: David Salamun | aus FALTER 49/06 vom 06.12.2006

NACHBARN Slowenien gilt als Musterschüler unter den neuen EU-Mitgliedern. Das Roma-Problem, das auch in anderen europäischen Ländern für Zank sorgt, zeigt der Weltöffentlichkeit nun erstmals die soziale Kluft in der slowenischen Gesellschaft und wie der Staat mit Randgruppen umspringt.

Eines kalten Abends, Ende Oktober, stehe ich vor dem slowenischen Parlament in Ljubljana, auf dem Platz der Revolution. Ich glaube jedenfalls, dass der Platz immer noch diesen Namen trägt. Egal. Ob Platz der Revolution oder nicht, für mich bleibt dieser Platz ein emotionaler Ort, da ich im Gebäude gegenüber zur Schule ging. Nun stehe ich an diesem Ort und habe mich mit ungefähr siebzig Menschen und einer Menge junger Fotografen einer auf die Schnelle organisierten Demonstration angeschlossen. Ein Freund, der Philosoph ist, sagt: "Super, dass du uns unterstützt." Und ich antworte: "Nicht euch, sondern die Roma."

Wie oft war ich schon an diesem Ort gestanden... Als Schüler hatten wir zugeschaut, wie


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