Widerstand mit Geschmacksverstärker

Steiermark Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 49/06 vom 06.12.2006

THEATER Politisch korrektes Volkstheater: die Franzobel-Uraufführung "Hirschen" im Schauspielhaus.

Sieger sehen anders aus: Die vier alten Widerstandskämpfer, die am Beginn der Aufführung buchstäblich aus der Versenkung kommen, wirken wie Zombies. Die vergangenen Jahrzehnte haben die Herren offensichtlich im Abstellraum der Geschichte verbracht; anlässlich einer Denkmalenthüllung wurden sie wieder herausgeholt. Der Bürgermeister hält verlogene Reden und putzt den Veteranen mit einem Staubwedel die Spinnweben von den Trachtenanzügen.

Soweit die Rahmenhandlung für das Auftragswerk "Hirschen", das der ober-österreichische Vielschreiber Franzobel (bürgerlicher Name: Stefan Griebl) für das Schauspielhaus verfasst hat. Wie zuletzt in "Hunt" behandelt der Autor auch hier ein Thema aus der österreichischen Zeitgeschichte. "Hunt" handelte vom Bürgerkrieg 1934, in "Hirschen" erzählt Franzobel die wahre Geschichte der Widerstandskämpfer Sepp Plieseis und Alois Straubinger, die in einem


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