Arm, aber sexy

Kultur | Matthias Dusini | aus FALTER 49/06 vom 06.12.2006

ARBEITSWELT Die Arbeitsplätze in der sogenannten "Kreativwirtschaft" sind heißbegehrt, auch wenn die ersehnte Selbstverwirklichung mit Selbstausbeutung einhergeht. Die wenigen, die durchhalten, belohnen sich mit Schokolade oder einem eigenen Weinberg.

Eine Schraubenfabrik des postindustriellen Zeitalters präsentiert sich im Internet mit dem Werbebanner: "Ich kündige!" An den eigentlichen Zweck des inzwischen in ein "UnternehmerInnenzentrum" verwandelten Gebäudes in der Nähe des Karmelitermarktes erinnert nur mehr der Name; statt Arbeitern werkeln hier zu siebzig Prozent Akademiker: Werber, Grafiker, Programmierer, Architekten. "Die Leute haben traditionelle Arbeitsverhältnisse gekündigt und keinen Bock mehr auf einen 9-to-5-Job", sagt der Mitgründer des Gemeinschaftsbüros Stefan Leitner-Sidl. "Jeder kann darüber entscheiden, wann und wo er arbeiten will. Wir verkaufen keine Büroarbeitsplätze, sondern Community." Die Trauben einer Festanstellung sind ja so sauer.

Holm Friebe und


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