Opfer des Reichtums

Joachim Schätz | Kultur | aus FALTER 49/06 vom 06.12.2006

FILM Afrika ohne André-Heller-Rufzeichen: In seiner Collage "Bamako" macht der Mauretanier Abderrahmane Sissako der Weltbank den Prozess.

Chaka, verzweifelter Arbeitsloser in Malis Hauptstadt Bamako, lernt Hebräisch. Einem Freund erklärt er seinen Plan: Sollte einmal eine israelische Botschaft in der Stadt gegründet werden, hätte er mit entsprechenden Sprachkenntnissen gute Chancen auf einen Wächterposten.

Es sind nicht zuletzt solche kleine, versponnen-widerständige Details, die daran erinnern, wie viel am gelassen "beobachtenden" Realismus von Abderrahmane Sissako genauer Komposition und erzählerischem Einfall geschuldet ist. In "Bamako" - wie auch in den Arbeiten Mahamat-Saleh Harouns ("Daratt"), die Sissako produzierte - tarnt sich das formale Raffinement in scheinbar lapidaren Szenenauflösungen, kommt die streng komponierte Fabel daher wie ein auseinanderdriftendes Chaos aus unberechenbaren Randfiguren und gekappten Handlungsfäden. Filme, die ihre Virtuosität nicht stolz vor

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