Reif für die Insel

Kultur | Nicole Scheyerer | aus FALTER 49/06 vom 06.12.2006

KUNST Für ihre Mak-Ausstellung hat Elke Krystufek die Museumsbestände gesichtet: eine Tour de Force durch Mythen und Geschlechterdiskurse.

Es gibt wenige Positionen in der österreichischen Kunst, die so stark polarisieren wie Elke Krystufek. Bereits Akademieprofessor Arnulf Rainer legte seiner Studentin nahe, sie solle sich lieber mit Kindern als mit Malerei beschäftigen. Krystufeks Masturbationsperformance in der Wiener Kunsthalle 1994 machte die junge Künstlerin schlagartig berühmt. Und der penetrante Output an Selbstporträts, der seither in den Ausstellungsbetrieb floss, lässt sich hervorragend hassen. Nach ihrer Personale in der Sammlung Essl 2003 hatte Krystufek aber offensichtlich keine Lust mehr, mit Kamera oder Pinsel nackt vor dem Spiegel zu posieren. "Quo vadis, Elke?" lautete die Frage nach den Identitätsdebatten der Neunzigerjahre, zu denen ihre unermüdliche Selbstbespiegelung so gut passte. Im Museum für angewandte Kunst (Mak) beweist die Künstlerin nun, dass sie


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