KUNST KURZ

Kultur | Nicole Scheyerer | aus FALTER 49/06 vom 06.12.2006

Wenn jemand im Umfeld der strengen deutschen Zeitschrift Texte zur Kunst humorbegabt ist, dann Judith Hopf. Egal ob die 1969 geborene Künstlerin prekäre Arbeitsverhältnisse oder die Kontrollgesellschaft behandelt, soziale Schieflagen bringt sie stets so in Form, dass man sich gerne mit ihnen abgibt. Bei ihrer aktuellen Ausstellung in der Secession (bis 21.1.) eignet sich Hopf gemeinsam mit Deborah Schamoni das Genre der Krankenhausserie an. Die Patienten hängen gelangweilt im Wartesaal, da beginnen plötzlich die Beine zu zucken: Ein unerwarteter Sound erklingt, vor dem Sanatorium klampft ein Protestsänger, und eine Gruppe Bandagierter wackelt enthemmt durch die Gänge. Am coolsten fällt der Tanz der Krückenträger aus. Hopf als resoluter Oberschwester entgleitet die Situation zusehends. Ihr Film "Hospital Bone Dance" wird zum Musikvideo, wenn auch mit nachdenklichem Ende. Für die Einführung von Pop in die graueste aller grauen Institutionen kann man der Künstlerin nur dankbar


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