STADTRAND

Einfach zulassen

Stadtleben | aus FALTER 49/06 vom 06.12.2006

Irre, wie schnell man hierzustadt schon zum Revolutionär wird. Da musst du bloß mal dein Geschäft an einem Sonntag aufsperren und ein bisschen warten, dass vielleicht doch jemand deine teuren Handtaschen kauft. Es könnte schließlich ein Ausnahmezustand ausgebrochen sein, Handtaschenknappheit oder das dringende pathologische Bedürfnis, sogar sonntags Geld auszugeben. Die Ausweitung der Kaufzone auf Sonn-und Feiertage ist seit Jahren auch in Wien ein Thema. Aber außer dass Wien-Touristen nix zum Kaufen haben, wenn sie sonntags da sind, gibt's nicht wirklich Proargumente. Nein: Man muss nicht jeden Tag einkaufen gehen. Und: Ja, klar gibt's Jobs, die auch an Sonntagen jemand erledigen muss - nicht unbedingt hinter der Supermarktkassa. Die Touristen sollen sich sonntags die Stadt anschauen, spazieren gehen, ins Museum oder ins Theater. Einkaufen kann man schließlich auch noch am Montag. Wer sein Geld unbedingt am Tag des Herrn loswerden möchte: Spenden wäre auch eine Idee. Und an die Revoluzzer aus der Innenstadt gerichtet: So einen Kaufnixtag muss man natürlich zulassen. Genauso wie den Laden. C. W.


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