"Er wollte Macht"

Politik | Gerald John | aus FALTER 50/06 vom 13.12.2006

FRAUENHANDEL Der scheinbare Biedermann Franz H. warb Prostituierte aus Litauen an und vermittelte sie an Wiener Freier. Nun saß er vor Gericht.

Stöckelschuhe, Minirock und kein Höschen drunter. Franz H. legte Wert auf den Dresscode. Erst hatte der unscheinbare Endvierziger gezahlt, den Flug, das Taxi, die Wohnung. Dann spielte er den Boss. H. diktierte die Preise, köderte die Freier und dirigierte die Frauen in deren Betten. Widerrede ausgeschlossen. "Du brauchst a Geld, ich brauch a Geld", sagte er. "Draußen wart a Kunde, also mach's!"

"Er ist bei Gott kein gewalttätiger Mensch", meint Richter Helmut Neumar, "er arbeitet mit Worten". Trotzdem sitzt Franz H. nun im dunkel getäfelten Saal des Landesgerichts Korneuburg und muss sich gegen schwere Vorwürfe verteidigen. Sexueller Missbrauch von Jugendlichen. Geschlechtliche Nötigung. Grenzüberschreitender Prostitutionshandel. Im großen Stil warb der 49-jährige Wiener junge Frauen aus Litauen an, um sie in die Separees der Bordelle


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