KNECHT

Haus des Schreckens

Politik | Doris Knecht | aus FALTER 50/06 vom 13.12.2006

Eines der Probleme, die aus dem totalen Kinder-TV-Verzicht resultieren: Man kann den Kindern nicht mehr mit Fernsehverbot winken, wenn. Oder wenn nicht. Die Erpressung mit drohendem Privilegienentzug muss also substituiert werden, und mit was, mit Belohnung für wenn nicht. Oder für wenn.

Zum Beispiel könnte ein Kind Gefallen am Rülpsen finden, und weil eine rülpsende Vierjährige im Moment putzig und überhaupt nicht wie eine Person wirkt, die das Rülpsen, kaum dass sie es perfekt beherrscht, zu einer Vollbeschäftigung macht, wird ihr von ihrer dummen Mutter beigebracht, wie sich die Sache mit einem bisschen Luftgeschlucke optimieren lässt. Natürlich bereue ich das in der Minute. Seit ich Kinder habe, bereue ich ständig, zum Beispiel, dass ich ihnen das Sprechen beigebracht habe. Jedenfalls rülpst das Kind dann den ganzen Tag, obwohl es selbst weiß, dass das umhöflich ist; dass das umhöflich ist, hat es im Kindergarten gelernt, aber es hat auch schon gelernt, dass die Regeln,


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