Sparschweinparanoia

Medien | aus FALTER 50/06 vom 13.12.2006

ZEITUNGSENTE Aus Angst vor Moslems sei das Sparschwein aus den Banken verbannt worden, berichtete die "Krone". Dabei sind die Schweinchen seit dreißig Jahren weg. N. H.

Nach dem Verbot von Nikolos in städtischen Kindergärten in Wien war die Kronen Zeitung vergangene Woche einem weiteren "vorauseilenden Gehorsam gegenüber abweichenden Weltanschauungen" auf der Spur. Aus Angst, Muslime würden sonst heimische Geldinstitute boykottieren, hätten Österreichs Banken "das Sparschwein einfach ins Ausgedinge geschickt", schreibt die Krone. Allen voran habe die Bank Austria "das Sparschwein aus den Filialen verjagt". Stattdessen gebe es nur mehr neutrale Gelddosen als Sparvehikel.

"Wegen dieses Kronen Zeitung-Artikels haben sich bereits einige Kunden bei uns beschwert", sagt Peter Thier, Sprecher der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), "dabei haben unsere Nachforschungen bei Kollegen, die schon seit Jahrzehnten im Unternehmen sind, ergeben, dass wir das letzte Keramiksparschwein vor rund dreißig Jahren im Sortiment hatten". Denn keine der zur BA-CA fusionierten Banken hatte je ein Schwein als Maskottchen. Die Länderbank hatte ein Hippo-Nilpferd, die Zentralsparkasse den Sparefroh und die Creditanstalt einen kleinen Goldhamster. Schlecht recherchiert, lautet daher der Kommentar von BA-CA-Sprecher Thier über den Krone-Artikel: "Das Sparschwein hat unsere Filialen nämlich schon vor mehr als dreißig Jahren verlassen."


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