PRESSESCHAU

Medien | Gerald John | aus FALTER 50/06 vom 13.12.2006

Auch der Falter muss Abbitte leisten: Vor einem Monat wurde die Financial Times "Dolm der Woche", weil sie Karl-Heinz Grasser scheinbar zu einem der besten europäischen Finanzminister kürte. Viele wunderten sich über die groteske Entscheidung des britischen Broadsheets, doch nur das Format recherchierte die von Grasser selbst in die Welt hinaus posaunte Story nach. Und siehe da - alles nicht wahr! Der Beau im Ministerrang taucht in einer Liste zwar an dritter Stelle auf. Allerdings handelt es sich dabei nicht um eines der beliebten Rankings, sondern um eine schlichte alphabetische Reihung. Vielmehr hält die Financial Times KHG für so "gut", dass sie ihn im Text über die tatsächlichen Leistungen der Säckelwarte nicht einmal erwähnt. Also bleiben drei mögliche Erklärungen für Grassers Selbstlob: Er kann kein Englisch. Kapiert einfache Zeitungsartikel nicht. Oder hält die Leute am Schmäh. Die dritte Variante gäbe Anlass für beinharte Selbstkritik: Beunruhigender als Grasser selbst ist die Tatsache, dass ihm die ganze Nation regelmäßig seine G'schichteln abkauft.


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