FERNSEHEN

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 50/06 vom 13.12.2006

Was ist der Albtraum niveauvoller Menschen, die unter gepflegtem Autismus leiden? "Starmania", die Show bei der jeder bereit sein muss, wildfremde Menschen abzutatschen und von diesen abgeschleckt zu werden. Ganz abgesehen davon, dass Moderatorin Arabella Kiesbauer die Königin der Distanzlosigkeit ist, die wehrlose Teenies in den Arm nimmt und herzt - auch hinter den Kulissen dürfte man die jungen Leute auffordern, doch für die Kameras besonders touchy zu sein. Die Kinder, manche schon fast 30, fallen sich ständig um den Hals, zum Trösten, zum Jubeln, erwachsene Buben retardieren händchenhaltend zu Volksschülerinnen, manche faseln gar von "Liebe" zu anderen Kandidaten. Sie machen auf dicke Freunde, obwohl sie sich erst ein paar Wochen kennen und du ihnen den Konkurrenzneid hinter dem Gesülze ansiehst. Nur einmal ließen sie ihre Masken fallen: Als sie vergangene Woche Andy, der den Fehler gemacht hatte, mit einer Ex-"Starmania"-Frau anzubandeln, geschlossen und beinhart rauswählten. Ein therapeutischer Akt. Sie schienen ob der ungewohnten Ehrlichkeit richtig erleichert.


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