STREIFENWEISE

Kultur | M. Omasta / M. Pekler | aus FALTER 50/06 vom 13.12.2006

Mel Gibson war der "family man" unter den Actionhelden der Neunzigerjahre. Film um Film musste der friedfertige Mann um seine Familie bangen, Frau und Kinder gegen das absolut Böse in Gestalt von Fernfahrern, englischen Offizieren, skrupellosen Kidnappern verteidigen. Nach demselben Muster ist "Apocalypto", seine neue Regiearbeit, gestrickt, die in Mexiko zur Zeit der Maya spielt. Rudy Youngblood spielt Pranke des Jaguars, dessen Dorf von Holcane-Kriegern überfallen wird; bevor er gefangen genommen und verschleppt wird, kann er Frau und Kind in einem Brunnen verstecken. Der restliche Film beschreibt seinen Weg zurück, eine Dschungeljagd, die in puncto Brutalität an Vietnamfilme erinnert und während der Rudy, die Pranke, einen seiner Verfolger nach dem anderen tötet. Alles ist auf den maximalen Effekt hin, ohne Herz und Hirn, gefilmt und geschnitten. Ganz am Ende landen die Konquistadoren; die Kultur, die sie zerstörten, lautet die Pointe des Films, hatte es ja eigentlich nicht besser


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