Ungeahnte Kräfte

Kultur | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 50/06 vom 13.12.2006

LITERATUR Handliche Geschichten als veritabler Wälzer: Alexander Kluge spinnt mit "Tür an Tür mit einem anderen Leben" sein Erzählwerk fort.

Die vorgeblich stillste Zeit im Jahr lässt sich, innere Stärke und eine etwas tolerante Umgebung vorausgesetzt, gut zum Lesen nützen. Wer hat sich nicht schon einmal vorgenommen, den einen oder anderen total spannenden, aber seit Monaten unberührten Ziegel über Weihnachten zu Ende zu lesen? Manch einem soll es zwischen besinnlichen Ess-und Trinkgelagen sogar geglückt sein.

Die Prosabände von Alexander Kluge sind dicke Wälzer und gehören zu der Kategorie Bücher, die auf vielen Nachtkästchen - aufgeschlagen auf Seite 23 - überwintern, ehe sie irgendwann im Regal verschwinden. Das muss nicht sein. Mit seinen 646 Seiten ist Kluges jüngstes Erzählwerk, "Tür an Tür mit einem anderen Leben" im Vergleich etwa zu Thomas Pynchons dieser Tage vieldiskutiertem neuem Roman "Against The Day" (1085 Seiten im dichtbedruckten englischsprachigen Original)


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