NÜCHTERN BETRACHTET

Mein Abschluss in Harvard (links oben)

Kultur | aus FALTER 50/06 vom 13.12.2006

Seit dem 19. September bin ich gefühlte 38 Stunden auf dem Liegestuhl meines Zahnarztes abgelegen. Die demnächst einlangende Rechnung wird vermutlich bestätigen, dass diese subjektive Schätzung nicht besonders weit an der Wirklichkeit vorbeigeht. Seit letztem Donnerstag habe ich zwei Kronen mehr im linken Oberkiefer und überbiete damit jedes Haubenlokal. Als Multimonarch herrsche ich nun über die Krim und Südossetien, über Gurk, Wolhynien, Obervolta und Deutsch-Tobasco. Ich will meine Völkerschaften mit herzlich harter Hand knechten und als Staatsreligion die Verehrung von Homer Simpson einführen. In den Kirchen soll Rauchzwang herrschen. Mit den Möglichkeiten der Mundhygiene, der Zahnpflege und Kariesprävention werde ich meine doghnutdauermampfenden Untertanen nicht übermäßig marktschreierisch vertraut machen. Auch sie sollen den Fortschritt kosten und in den Genuss der modernen Dentaltechnologie gelangen. Die schmeckt entweder bitter oder sauer oder nach Nelken, ist aber


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