Stadtleben

Stadtleben | aus FALTER 50/06 vom 13.12.2006

Sex

Direkte Ansage! Gestern wurde mir gesagt, dass die indirekten Formulierungen dieser Kolumne zu viel Gedankenarbeit einfordern. Besonders beim Thema Sex sei man auf direkte Sager wie "er sagte" und "sie sagte" angewiesen. Ich nehme diese Ansage ernst und entsage dem Wortwitz für ein breiteres Verständnis dafür, worum es hier geht. Man könnte so sagen: Sobald man in einem Text etwas zu direkt sagt, ist das so, wie wenn man etwas beim Sex zu direkt sagt. Es besteht die Gefahr, dass sich der andere sagt, dass es direkt schade ist, dass man das so direkt gesagt hat, weil das Sagenhafte leidet. Besagtes Problem ist weiters wohl ein altes, welches, wenn auch ein trauriges, eines. Leute, die alles nicht fadeurschlmäßig Gesagte gleich absagen, versagen sich ihrem Leben etwas. Ich sage sogar, diese direkten Sager verursachen schlechten Sex und miese Bücher. Oje. Ende der Kolumne - keine Geschichte drin, aber viele direkte Sager. Jenen, die jetzt immer noch nicht komatös sind, gratuliere ich herzlich.

HEIDI LIST

Fussball

Knapp vorbei Die Fehleinschätzung des Jahres war am 24. Mai an dieser Stelle zu lesen. Nachdem Didi Mateschitz das Trainerduo Giovanni Trapattoni und Lothar Matthäus nach Salzburg geholt hatte, ließ der Autor dieser Kolumne sich zu folgender Prognose hinreißen: "Damit dürfte jetzt schon eines klar sein: Austria wird wieder Meister." Das wird sich eher nicht mehr ausgehen. Aber wer konnte damals ahnen, dass a) die Austria die halbe Mannschaft an die Glasgow Rangers verkaufen würde, b) Trapattoni und Matthäus nicht schon nach der ersten gemeinsamen Mannschaftsbesprechung heillos zerstritten sein würden und c) Alexander Zickler auf seine alten Tage doch noch das Toreschießen lernen würde? Und weil jetzt eh schon alles wurscht ist, kann ich ja auch verraten, dass ich Narr auch einem anderen Wiener Verein seriöse Titelchancen zugetraut habe.

WOLFGANG KRALICEK


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