Immer wieder sonntags

Stadtleben | Martina Stemmer | aus FALTER 50/06 vom 13.12.2006

EINKAUFEN Mitten im vorweihnachtlichen Einkaufswahnsinn kocht wieder der Streit ums Sonntagsshoppen hoch. Was brächte eine Ausweitung der Ladenöffnungszeiten für Wien? Wer will am Sonntag überhaupt hackeln? Und wer arbeitet jetzt schon, wenn alle anderen frei haben?

Der Teppich ist Chefsache. Mit einem Besen in der Hand steht Ernst Fischer an der Tür zu seiner Modeboutique und entfernt den Schmutz, den die Schuhe seiner Kundschaft auf dem Streifen Stoff hinterlassen. Schließlich soll das gewerkschaftsrote Ding, das er eigens Sonntag früh vor seinem Laden in der Goldschmiedgasse ausgelegt hat, um damit gegen die Ladenöffnungsbestimmungen zu protestieren, noch bis 19 Uhr von weitem gut sichtbar sein - und die durch die Innenstadt schlendernden Menschen in sein Geschäft locken. Schräg gegenüber noch ein roter Teppich: Auch bei Furla pfeift man auf Gesetze. Und um die Ecke, in der Freisingergasse, schieben die Herren der Hemdenmaßschneiderei Comocamicie Sonntagsdienst.

Großer Andrang


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