Besenkammerschauspiel

Stadtleben | Wolfgang Paterno | aus FALTER 50/06 vom 13.12.2006

SZENE Dämmerlicht und Zwielicht im Hinterzimmer: Die Innenstadtinstitution Gutruf wird hundert.

Ein Meter, und das Gutruf wäre in aller Welt bekannt. Sieben Tage die Woche schlängelt sich vom Petersplatz her der Tross der Fiaker durch die Milchgasse. Auf einer bestimmten Höhe, Milchgasse 1, weisen die Pferdelenker mechanisch auf eine steinerne Hinweistafel. Worte auf Wienerisch sind zu vernehmen: "Mozart", "Entführung aus dem Serail", "1781". Geschichtslektion absolviert. Touristen nicken artig.

Gleich links vom Eingang des Hauses, in dem Mozart komponierte, befindet sich, nicht beachtet von Wien-Besuchern und also vergessen von der Welt, das Gutruf. Die großzügig dimensionierte Besenkammer von Lokal, bestehend aus einem finsteren Vorraum und einem noch finsteren Hinterzimmer, ist dennoch allbekannt. In den Köpfen der Stammgäste gelten die Worte "weltberühmt" und "Gutruf" als Synonyme. Sehr viel Mythos, so die einhellige Meinung, stecke in diesen Mauern. Im Zusammenhang mit der


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