ROT-SCHWARZE KOALITION

"Die Emotionen im Zaum halten"

Gerald John | Politik | aus FALTER 51/06 vom 20.12.2006

Will er, oder will er nicht? Nicht nur skeptische Sozialdemokraten stellen sich diese Frage jeden Tag aufs Neue. Auch bürgerliche Parteifunktionäre bezweifeln, dass Nochkanzler Wolfgang Schüssel seinem Herz den finalen Stoß gibt und seine Partei in eine große Koalition mit der ungeliebten SPÖ lässt.

Theoretisch soll es bald so weit sein. Zwischen Weihnachten und Neujahr wollen Rot und Schwarz eifrig verhandeln, spätestens in den ersten Jännertagen sollen Schüssel und sein Gegenüber Alfred Gusenbauer im Vieraugengespräch die letzten Unstimmigkeiten beseitigen. Die Schlussrunde ist für 8. Jänner angesetzt, drei Tage später will Präsident Heinz Fischer die neue Regierung angeloben - und da ist der Haken. Denn der Zeitplan entsprang nicht einer Idee der Koalitionäre in spe. Fischer hatte beim Tafelspitzessen am Dienstag vor einer Woche auf mehr Eile gedrängt.

Von Einigkeit kann aber keine Rede sein. Ob Gesamtschule, Studiengebühren, Steuerpolitik oder Eurofighter - die großen

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