Kommentar

Philharmoniker: alt im Klang, alt im Kopf

Carsten Fastner | Kultur | aus FALTER 51/06 vom 20.12.2006

Wenn am 1. Januar 2007 punkt 11.15 Uhr das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker beginnt, werden auf der Bühne des Großen Saals im Musikverein zwei, höchstens drei Frauen neben rund achtzig Männern sitzen, und dieser Umstand ist in etwa so überraschend wie die Tatsache, dass dieses Konzert zu diesem Zeitpunkt an diesem Ort stattfindet.

Dennoch machte der grüne Bundeskultursprecher Wolfgang Zinggl letzte Woche in einer wenig beachteten Pressekonferenz auf die niedrige Frauenquote des Paradeorchesters aufmerksam und wurde für seine "Reanimierung eines mumifizierten Themas" prompt von News zum "Absteiger der Woche" gekürt. Es stimmt schon, taufrisch ist Zinggls Aufdecker wahrlich nicht, das hat das Aufdeckerblatt ganz richtig erkannt. Aber so einfach, wie man bei News die Sache abtut, ist sie nun auch wieder nicht. "Das Problem existiert längst nicht mehr", wird da behauptet, "im Orchester spielen derzeit vier Frauen." Da wird genau jene wienerische Schnoddrigkeit deutlich, mit

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