SPIELPLAN

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 51/06 vom 20.12.2006

Erstaunlich, dass Robert Quitta da nicht früher draufgekommen ist: In der bereits 47. Folge seiner Endlosreihe "Theatertaugliche Momente im Leben großer Männer" bringt der Wiener Autor/Regisseur endlich Sigmund Freud auf die Bühne. Wenn man das Theater im Nestroyhof betritt, weiß man gleich, was es geschlagen hat: Nicht weniger als sieben Couchen stehen im Raum herum. Auf einer döst Freud selbst (Wolfgang Lesky), die anderen sind von seinen berühmten Patientinnen und Patienten Anna O, Emmy von N. und Dora, dem Kleinen Hans, dem Ratten-und dem Wolfsmann belegt. Aus deren verschiedenen Tics komponiert Quitta eine Neurosensymphonie, die irrwitzige Dynamik entwickelt. Aber eigentlich geht es in "Freud analysiert sich" (bis 3.2.), wie der Titel schon sagt, um Freud selbst; in seinen Fällen soll sich seine eigene Seelenkrise spiegeln. Und weil das szenisch nicht wirklich plausibel wird, wirkt der Abend einfacher gestrickt als er ist.

Der junge Schauspieler Maximilian Simonischek ist Sohn


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige