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Den Zug im Gnack

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 51/06 vom 20.12.2006

Der deutsche Jazzkritiker Joachim Ernst Behrendt hat in einem jazzmythologischen Doppelporträt Ornette Coleman einmal als den "Phoenix" des Free Jazz und John Coltrane als den "Sisyphos" charakterisiert. Wahr ist, dass Coltrane, der heuer seinen 80. Geburtstag gefeiert hätte, nicht als Junggenie in die Jazzwelt platzte, sondern sich seinen Status zäh erarbeiten musste. Falsch ist, dass er ignoriert oder unterschätzt worden wäre. Es spricht freilich einiges für die Auffassung, dass man alles, was den berühmten Einspielungen der 60er vorausging, irgendwie als Entwicklung begreift, die einem "Durchbruch" vorausging.

So lässt sich auch die erste, unter dem Titel "Fearless Leader" (Concorde/Universal, 6 CDs) erschienene CD-Box betrachten. Gemeinsam mit den zwei folgenden dokumentiert sie die gesamten Aufnahmen, die Coltrane Ende der 50er-Jahre für das Label Prestige gemacht hat - also jene, die vor, zwischen und nach der berühmten Zusammenarbeit mit Miles Davis bzw. Thelonious Monk


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