Das tapfere Räuberlein


Klaus Nüchtern
Kultur | aus FALTER 51/06 vom 20.12.2006

LITERATUR Anlässlich von Robert Walsers fünfzigstem Todestag liegt nun dessen genialer Roman "Der Räuber" in einer neuen Überarbeitung vor.

Auch abgesehen vom gern gehätschelten Arme-und-irre-Poeten-Klischee seines Verfassers hat "Der Räuber" eine titelgemäß abenteuerliche Geschichte: Der in des Autors berüchtigter, lange Zeit als unentzifferbar geltender Bleistiftfuzzlschrift verfasste Roman fand sich auf 24 Blättern in einem Konvolut sogenannter "Mikrogramme" und wurde 1972 erstmals veröffentlicht. Die soeben, aus Anlass von Walsers fünfzigstem Todestag am 25. Dezember, neu überarbeitete Ausgabe hat nun sämtliche Lücken gefüllt und "rund 150 Einzelstellen berichtigt bzw. neu entziffert".

Der Inhalt des im Sommer 1925 verfassten, aber wohl aus Rücksichtnahme auf die eigene Person und weitere leicht entschlüsselbare Figuren der Berner Gesellschaft zu Walsers Lebzeiten nie veröffentlichten Romans ist leicht erzählt - es gibt nämlich keinen. Was es sehr wohl gibt: den Titelhelden,

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