NÜCHTERN BETRACHTET

Im Drogeriemarkt

Kultur | aus FALTER 51/06 vom 20.12.2006

Unlängst war ich zum ersten Mal Staubsaugerbeutel kaufen, was stark gegen mich spricht. Ich musste mich denn auch bei der Regalbetreuerin erkundigen, wo ich zu suchen hätte. Die Staubsaugerbeutel befinden sich übrigens neben den Schnullern und über den Kaffeefiltern. Nachdem die Verteilung der Waren in den Drogeriemärkten auf dem Fels wissenschaftlich gesicherter Erkenntnisse ruht, muss das den meisten Menschen als logisch erscheinen. Mir nicht. Ich gehöre noch zu jenen, die als Säugling eine solide Sauberkeitserziehung genossen und die Mmmh-gut/pfui-gack-Dichotomie tief verinnerlicht haben. Im Wesentlichen besagt sie, dass das eine oben rein, das andere unten raus kommt und dass man beides streng getrennt halten soll. Diese Scheidung, die eigentlich als eine der tragenden Säulen unserer Zivilisation gilt, lässt sich relativ problemlos auf das Drogeriemärktedesign umlegen: Nahrung hier, Schmutzbeseitigung dort. Jetzt mag manch Schlauberger sein ungewaschenes Haupt erheben, "Kosmetika!"


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