Vom neuen Schmachten

Steiermark Kultur | Paul Pechmann | aus FALTER 51/06 vom 20.12.2006

LITERATUR Der Grazer Autor Gabriel Loidolt flirtet in seinem Buch "Begegnung um Mitternacht" mit dem Genre der Liebesgeschichte.

Geschichten über die Liebe" verheißt der Untertitel von Gabriel Loidolts neuem Erzählband, der durchwegs Geschichten unbefriedigten Begehrens enthält. Womit er thematisch an den Roman "Die irische Geliebte" (2005) anknüpft. Während im Roman die Verinnerlichung erzkatholischer Prüderie der Liebe entgegensteht, ist es in "Begegnung um Mitternacht" mehrheitlich die Asymmetrie der Beziehungen: Einer erwählt sich die Eine, die attraktiver oder jünger und mitunter auch besser situiert ist als er selbst, die andere begehrt einen, der ihr an Anziehungskraft überlegen ist. Zum Glück geht es sich nicht aus.

Loidolt siedelt seine Alltagsgeschichten vornehmlich in der stark durchlässigen Schicht von höher qualifizierten Angestellten und Freiberuflern, etwa des Kreativbereichs, an. Es ist jenes Milieu, das sich habituell von der kompakten kleinbürgerlichen Majorität


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