Beschämendes Jubiläum

Eva Blimlinger | Vorwort | aus FALTER 02/07 vom 10.01.2007

KOMMENTAR Entschädigungen abgehakt und erledigt? Irrtum! Trotz aller Versprechen warten Tausende NS-Opfer auf ihr Geld.

Es war ein wichtiger Tag der alten Regierung: Vor nunmehr sechs Jahren, am 17. Jänner 2001, wurde in Washington jenes Abkommen zwischen Österreich und den USA unterzeichnet, durch das NS-Opfer Entschädigungen für ihr entzogenes Vermögen erhalten sollten. Das Interesse an dieser Entschädigung stand trotz gegenteiliger Beteuerung der Bundesregierung jedoch nicht wirklich im Vordergrund. Die blau-schwarze Koalition, international isoliert, benötigte dringend einen außenpolitischen Erfolg, der ihr leider durchaus gelang. Wolfgang Schüssel sprach damals davon, dass "Österreich zu seiner moralischen Verantwortung auch für die dunklen Seiten seiner Vergangenheit steht. Wir alle waren uns der historischen Tragweite dieser Versöhnungsgeste zutiefst bewusst."

Die historische Tragweite besteht offensichtlich darin, dass bis heute lediglich rund 3000 der etwa 21.000 Antragstellerinnen

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