WERNER FAYMANN

Der Allseitsbeliebte

Politik | aus FALTER 02/07 vom 10.01.2007

Lange Jahre galt Werner Faymann nicht nur als Ministerreserve der Bundes-SPÖ, sondern als Kronprinz von Wien. Kein Wunder. Als oberster Mieterschützer ist der 46-jährige Wiener Wohnbaustadtrat bei den Wählern beliebt, hat die beste PR-Maschinerie der Stadtregierung und zählt zu den erklärten Lieblingen von Krone-Chef Hans Dichand. Doch dem engen Kreis rund um Bürgermeister Michael Häupl gehörte der verbindliche Stadtrat, der sich strategisch geschickt kaum zu Themen abseits seines Ressorts äußert, nie an. Dafür machte er sich keine deklarierten Feinde, nicht einmal in der eigenen Partei. Auch die Opposition wirft Faymann nur seinen Umgang mit den Wohnbeilagen in diversen Zeitungen vor: Sein Büro trägt nur einen kleinen Teil der Kosten für die Hochglanzblätter, den Rest finanzieren die Bauträger selbst mit Inseraten - und Faymann schaut fröhlich aus jedem Hefterl heraus. Mittlerweile hat die mächtige Häupl-Vertraute Renate Brauner den ehrgeizigen Medienprofi im Rennen um den Bürgermeistersessel ausgebremst - nur logisch, dass sich Faymann Richtung Infrastrukturministerium verabschieden könnte. In der Regierung sitzt er dann wieder neben seinem alten Freund aus der Sozialistischen Jugend: Alfred Gusenbauer.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige