ERWIN BUCHINGER

Der Gefährliche

Politik | aus FALTER 02/07 vom 10.01.2007

800 Euro für alle, die es brauchen, eine Solidarabgabe von Beziehern hoher Pensionen oder die Erhöhung der Vermögenssteuer: Wenn der Salzburger SPÖ-Soziallandesrat Erwin Buchinger mit einer seiner Forderungen vorprescht, flippen die Schwarzen regelmäßig aus. "Ich kenne ihn nicht, aber er scheint ein Typ zu sein, der gefährlich ist", meinte Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll über den roten Sozialverhandler. Mit schulterlangem Haar, Schnauzer und unkonventionellen Vorstößen wurde der 51-Jährige zu einer der auffälligsten Figuren im Koalitionspoker. Er soll nun Sozialminister werden und das sozialpolitische Profil der SPÖ aufpeppen. Hohe Sachkompetenz und soziales Gespür sprechen dem ehemaligen Salzburger AMS-Chef, der erst 2004 in die Landesregierung wechselte, allerdings nicht einmal die politischen Gegner ab. Und auch die Schwarzen müssen eigentlich keine Angst vor dem Mann haben, der einst Priester werden wollte und seine Mission von "Fairness" und "sozialer Gerechtigkeit" beharrlich verfolgt. Denn wenn Erwin Buchinger daheim in Salzburg beim Gottesdienst selbstverständlich mit Lederhose in der ersten Reihe sitzt, signalisiert er dem traditionsbewussten Bürgerlichen: "Auch der Linke glaubt an den lieben Gott!"


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