NORBERT DARABOS

Der Bubenhafte

Politik | aus FALTER 02/07 vom 10.01.2007

Drei spektakuläre Wahlsiege hat der 42-jährige Burgenlandkroate mit dem bubenhaften Gesicht der SPÖ beschert: Im Jahr 2000 rettete Norbert Darabos die Partei, damals die burgenländische Filiale, vor einer anscheinend sicheren Niederlage, indem er den unbekannten Kandidaten Hans Niessl trotz eines Bankenskandals im roten Dunstkreis zum Triumph puschte. Anfang 2003 zum Geschäftsführer der Bundes-SPÖ aufgestiegen, managte der unscheinbare Stratege erst die Kampagne des späteren Präsidenten Heinz Fischer, ehe er wieder in brenzliger Situation den Troubleshooter spielte. Trotz Bawag-Affäre errangen die Sozialdemokraten bei den Nationalratswahlen im Herbst den ersten Platz. Auch auf Betreiben des Wahlkampfleiters Darabos grenzte sich die SPÖ entgegen Widerständen konsequent von der skandalgebeutelten Gewerkschaft ab. Trotzdem soll er nun die undankbarste Rolle im Kabinett Gusenbauer umgehängt bekommen: den Verteidigungsminister, der im Frühjahr wahrscheinlich am Flugfeld steht, um die ungeliebten Eurofighter zu empfangen. Wenn auch ehemaliger Zivildiener, so bringt Darabos die nötige Härte für den neuen Job mit. Denn der studierte Historiker setzte durch, dass die SPÖ 2005 dem äußerst restriktiven Asylgesetz zustimmte .


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