Das Wildeste vom Wilden

Medien | Alfred Treiber | aus FALTER 02/07 vom 10.01.2007

RADIO Ö1 feiert seinen 40. Geburtstag. Wie sich der Sender vom Hofratswitwenfunk in das verwandelte, was er heute ist, schildert Ö1-Programmdirektor und Radioveteran .

Nicht nur am Stichtag, dem 1. Oktober, sondern das ganze Jahr über wird gefeiert, weil die zu diesem Zeitpunkt von Gerd Bacher für den ORF erfundenen "Strukturprogramme" nur das Endprodukt eines Prozesses darstellten, der spätestens mit dem Amtsantritt des neuen Generalintendanten im April 1967 begann.

Die Vorgeschichte ist komplex, aber im Grunde doch einfach zu erzählen: ÖVP und SPÖ hatten den Österreichischen Rundfunk (Radio und Fernsehen) proporzmäßig unter sich aufgeteilt, aber gleichzeitig einander im politischen Gerangel so weit und lange blockiert, bis die Programme, finanziell ausgehungert und inhaltlich paralysiert, so langweilig und schlecht wurden, dass die unabhängigen Printmedien im Oktober 1964 zu einem Rundfunk-Volksbegehren aufriefen und 832.353 Unterschriften gegen diesen unhaltbaren Zustand sammelten.

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