Enthysterisierter Sex

Joachim Schätz | Kultur | aus FALTER 02/07 vom 10.01.2007

FILM "Shortbus" ist eine freundliche Tragikomödie mit vielen echten Penetrationen und einigen falschen Sentimentalitäten.

John Cameron Mitchell hat den ersten Themenpark für Bobos entworfen: Im fiktiven New Yorker Nachtklub Shortbus vertreiben sich aufgeschlossene junge Menschen die Zeit nicht nur mit Undergroundfilmen und Konzerten, sondern auch mit selbsttherapeutischen Gesprächsrunden und ausgelassenem Gruppensex. "Shortbus", der Club wie der Film, sind beide sichtlich stolz auf ihre Freizügigkeit. Ein Oberkellner bietet Kondome und Gleitmittel auf einem Silbertablett dar, und auf einem solchen präsentiert uns Mitchell auch gleich zu Beginn des Films die ausgewiesen echten Penetrationen und Ejakulationen seines Darstellerensembles: In einer Parallelmontage ziemlich athletischer Liebesspiele lernen wir den depressiven Videokünstler James, die von Orgasmusproblemen geplagte Paartherapeutin Sophia und die einsame Dominatrix Severin kennen. Im Laufe des Films werden sich, in Altman'scher

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