Durch die Wüste

Wolfgang Kralicek | Kultur | aus FALTER 02/07 vom 10.01.2007

THEATER Shakespearezyklus, zweite Folge: Theu Boermans inszeniert im Burgtheater den "Sommernachtstraum" - allzu ausgeschlafen. Wer diesen "Sommernachtstraum" aus den ersten Reihen verfolgt, verlässt das Burgtheater staubig. Die Aufführung beginnt mit einer spektakulären Gewitterszene, in der es ganz gewaltig blitzt, donnert, hagelt - und staubt: Die Hagelkörner nämlich sind aus Sand, und wenn sich das Unwetter gelegt hat, ist die Bühne in eine unwirtliche Wüstenlandschaft verwandelt.

Der mit "Viel Lärm um nichts" im Dezember begonnene Shakespearezyklus des Burgtheaters wird mit einem der berühmtesten Stücke des Autors fortgesetzt. "Ein Sommernachtstraum" ist eine denkbar desillusionierende Liebeskomödie: Kein einziges der zahlreichen Liebespaare, die sich auf den verschiedenen Handlungsebenen des Stücks tummeln, ist glücklich. Die Amazonenkönigin Hippolyta heiratet den Herzog Theseus nicht aus Liebe, sondern weil er sie besiegt hat. Elfenkönig Oberon und Elfenkönigin Titania

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