SPIELPLAN

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 02/07 vom 10.01.2007

Die beiden letzten Premieren des abgelaufenen Jahres können als mehr oder weniger gelungene Versuche zusammengefasst werden, alte Stücke radikal in die Gegenwart zu transponieren. In seiner ersten Arbeit am Volkstheater hat der deutsche Regisseur Patrick Schlösser sich mit Arthur Schnitzlers "Liebelei" (1895) an einen Autor herangewagt, an dem das Regietheater bisher recht spurlos vorbeigegangen ist. Indem Schlösser dem Stück den Wiener Schmelz und die "Zwischentöne" vorenthält, bekommt es einen ruppig-burlesken Charakter, und es ergeben sich groteske Momente, die der Tragikomödie durchaus gut zu Gesicht stehen. Den besten Eindruck des kurzen Abends hinterlässt der neu engagierte Till Firit als zugleich jungenhafter und verlebter, weicher und kalter Schwerenöter Fritz; Jennifer Frank als Christine hingegen spielt ganz ungebrochen die Tragödie des um ihre Liebe betrogenen Mädels. Nicht die einzige Ungereimtheit einer ansatzweise interessanten Inszenierung, die aber nicht konsequent


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