OHREN AUF!

Heimvorteil in F

Carsten Fastner | Kultur | aus FALTER 02/07 vom 10.01.2007

Die größte Überraschung beim Neujahrskonzert war heuer - das Pausenprogramm. Ergaben sich die blümchenumrankten Wiener Philharmoniker unter Zubin Mehta einmal mehr der sentimental betulichen Huldigung einer Wiener Form überkommener Urbanität, so machte sich der Pausenfilm wie gewohnt daran, die ruralen Reize der Republik zu rühmen. Sein Soundtrack aber hatte es in sich. Gar nicht so sehr aufgrund der gelungenen, aber erwartbaren Programmzusammenstellung besonders österreichisch klingender Schmankerln von Strauß, Schubert, Mahler, Bruckner, Brahms. Nein, wie da gespielt, genauer gesagt: geblasen wurde, das war schlicht atemberaubend.

Die 14 Hornisten der Vienna Horns und das personell verbandelte Blechquintett von Art of Brass (zweimal Trompete, Horn, Posaune, Tuba) zeigten sich hochvirtuos und auf den Punkt präzise, dabei geschmeidig, agil und vor allem so farbenreich, wie man es von einer vermeintlich monochromen Besetzung einfach nicht erwarten würde. Spieltechnisch herausgefordert

  352 Wörter       2 Minuten
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