IM WANNENBAD

Das Antispa

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 02/07 vom 10.01.2007

Dass jemand unter der Dusche singt, sagt die Badewärterin, das komme wirklich nur ganz selten vor. Die meisten Besucher des Brausebades im Jörgerbad sperren sich für die erlaubte Stunde in eines der zehn Duschräumchen ein, und dann hört man nur noch Wasser rauschen. Mit Glück erwischt man sogar eine Luxuskabine - mit Fenster und mehr Platz. Auch wer nebenan in einer der Badewannen seinen Körper in Heißwasser aufweicht, macht das gewöhnlich in aller Ruhe. Überhaupt geht es im Brause-und Wannenbad sehr gemächlich zu. Weder riecht es streng nach Putzmitteln, noch sieht man verschrobene Gestalten auf den Gängen. Klischees finden woanders statt, selbst die Notfallglocke, die neben den weißen Wannen für mehr Sicherheit sorgen soll, schrillt ganz selten durch die Gänge. Es sei aber schon vorgekommen, dass jemand hier sein wirklich allerletztes Bad genommen habe.

Wer glaubt, dass öffentliche Brause-und Wannenbäder kaum noch genutzt würden, darf sich trotzdem wundern. Obwohl die


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