Haltung mit Unterhaltung

Steiermark Kultur | Hermann Götz | aus FALTER 02/07 vom 10.01.2007

THEATER Ein Kantinen-Kaffee mit Regisseur André Rössler, Jungstar der Saison am Schauspielhaus, über das Sissi-Syndrom und den Tod des kritischen Theaters.

Wirklich schockiert war nur Falter-Fotograf J. J. Kucek, als er die Schauspielhauskantine betrat, wo das Interview mit André Rössler stattfinden sollte. Schockiert über den Umbau, der die halböffentliche Theater-Bar ihres legendären Siebzigerjahre-Charmes beraubt hat. Das konnte der Regisseur André Rössler, der gerade erst seit Anfang Dezember in Graz ist, natürlich nicht nachvollziehen. Die alte Kantine kannte er nicht. Und den Siebzigern trauert man als unverbrauchter 1978er auch nicht nach.

Für das Grazer Stadttheater könnte der junge Mann mit seinem "Sissi-Projekt" mehr sein als nur eine "Entdeckung" - sprich: Künstler-Frischfleisch der U-30-Liga im Regiefach. Rössler vertritt ein ebenso aktuelles wie welthaltiges Theater. Dass er dafür ausgerechnet den Sissi-Stoff strapaziert, verwundert nur auf den ersten Blick. Nach


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