Harte Jahre, schöne Worte

Politik | Gerald John Und Nina Weissensteiner | aus FALTER 03/07 vom 17.01.2007

REGIERUNG Ein Duo wie aus dem Lehrbuch der großen Koalition: Nun führen ein rotes Proletarierkind und ein schwarzer Bauernsohn das Land an. Es gibt einiges, was Kanzler Alfred Gusenbauer und seinen Vize Willi Molterer verbindet - und noch viel mehr, was die beiden trennt.

In den tiefen Sechzigern, als sich Pädagogen noch nicht die Köpfe darüber zerbrachen, ob der Besuch von Krampus und Nikolaus auf die Psyche eines Kindes drückt, wurde am Enzelsdorfergut im oberösterreichischen Sierning eine folgenschwere Entscheidung gefällt. Der Bauer und ÖVP-Gemeinderat Josef Molterer offerierte seiner Schwägerin, die mit Mann, Kind und Kegel vor einem Umzug in ein anderes Dorf stand, Kost und Logis am Hof für ihren Zehnjährigen, den Willi. So bräuchte sein Neffe nicht die Schule zu wechseln, außerdem hätten er und seine Frau eine Freud mit dem Kleinen. Gesagt, getan. Vier Jahre zogen ins Land, der Willi besuchte mittlerweile die Landwirtschaftsschule im benachbarten St. Florian, da adoptierte


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