Verratene Illusionen

Politik | Armin Thurnher | aus FALTER 03/07 vom 17.01.2007

Grosse Koalition Über die studentischen Proteste, die gebrochenen Versprechen Alfred Gusenbauers, über das "Rashomon-Syndrom" und andere Merkwürdigkeiten rund um die neue Regierung. Und über einiges, worin sie besser ist als die alte.

Österreich bleibt ein erstaunliches Land. Die eigene Bedeutungslosigkeit wird hier mit viel Aufwand zelebriert, fortwährend kreißen Berge und gebären Mäuslein, die gleich beginnen, erschreckend loszubrüllen. Die Angelobung einer neuen Regierung findet traditionsgemäß unter Protestgeschrei statt. Traditionsgemäß ist falsch; genaugenommen findet sie seit der Jahrtausendwende so statt. Damals endete die Nachkriegszeit, Österreich erwies sich als europäisches Land, denn Wolfgang Schüssel musste fest nachdenken und quälend lange Verhandlungen mit der SPÖ führen, bis er die FPÖ Jörg Haiders als Partner aus dem Hut ziehen konnte, mit der es sich im Geheimen ohnehin viel leichter verhandelt hatte.

Hunderttausende protestierten auf dem Heldenplatz

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